Lucy in the sky with diamonds
Aus Anlass des Todes von Lucy Vodden, geb. O’Donnell.
Kaffeepause: Lützenkirchens Neue
An die Nummer und die sich daran anschließende Zeitgeist-Diskussion kann sich noch jmd. erinnern?
Die demnächst erscheinende neue Single bietet da nicht so viel Diskussionspotenzial:
Zudem stammt der Text von Knorkator, wobei ich Lützenkirchs Version da schon wesentlich angenehmer finde:
Moondog

Moondog an seinem Stammplatz in NY
Da ich es gerade wieder bei WDR 5 gehört habe: Der Todestag Moondogs jährt sich.
Deshalb hier seine meiner Meinung nach schönsten Stücke
Moondog – Bird’s Lament
Moondog – Pigmy Pig
Moondog – Paris
World’s most offensive joke
Bei neun zu vergebende Plätzen landete der Holocaust auf Platz neun in GB, in Deutschland käme sicherlich etwas anderes raus.
Auf den weiteren Plätzen der Rangliste, die 2007 von der Redaktion danach erstellt wurde, welchen Medienrummel jemand damit auslösen würde:
8. Rassistische Witze
7. Behindertenwitze
6. Witze über Lady Di
5. Pädophilenwitze
4. Witze über Tsunamiopfer
3. Witze über Leute von der Merseyside
2. Witze über die Anschläge in NY und London
Und Platz 1, wer hätte es vermutet:
1. Witze über den Islam.
Es mangelt meist doch nur an Kommunikation
Hier ist ein Beispiel, das mal wieder zeigt, welchen Stellenwert gut Kommunikation in einer Beziehung, und auch sonst so, hat. 90 Prozent der Probleme entstehen doch wirklich, wenn einer nicht zuhört oder es falsch versteht. In diesem Fall handelt es sich anscheinend um die erste Variante.
1968-Roundup oder Altlasten bloggen mit Christian Anders, Abt Alkuin Heising, dem Piratensender Galaxy, und der Abschaffung von Weihnachten
Wären wir hier bei den jungen Feministinnen der Mädchenmannschaft, dann würde hier jetzt stehen, dass dies die Teile 6-9 von 9 aus der Reihe die „Lustigen oder bemerkenswerten Randereignisse des Jahres 1968″.
Hier vier Ereignisse aus dem Jahr 1968, die zum Nachdenken anregen:
2. September 1968, München
Der Schlagersänger Christian Anders, der seit dem 1. Juli seinen Wehrdienst in einer Kaserne der bayerischen Landeshauptstadt ableistet, stellt einen Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer. Da er sich weigert, noch länger Uniform zu tragen, wird er festgenommen und in eine Arrestzelle gesteckt. – Ob Anders Chancen hat, vor der Prüfungskammer zu bestehen, ist zweifelhaft. Er trägt als Karate-Kämpfer den schwarzen Gürtel und hat die Münchner Polizei eine Zeitlang in Techniken der Selbstverteidigung ausgebildet.
4. Dezember 1968, Siegburg
Der am Benediktinerkloster Michaelsberg tätige Abt Alkuin Heising legt aus Protest sein Amt nieder und wird daraufhin vom Vatikan von all seinen Verpflichtungen entbunden. Der 41jährige hatte zuvor scharfe Kritik an der Katholischen Kirche geübt und dieser einen „autöritären Amtsstil“ sowie eine „absolutistische Amtspraxis“ vorgeworfen. Trotz einiger Reformen, begründet der Geistliche seinen Schritt, gebe es im Gottesdienst immer noch eine „radikale Unterdrückung religiöser Spontaneität“ und keinen wirksamen Schutz vor Willkürmaßnahmen der Obrigkeit. Er fordere deshalb, dass jedem Bischof zu dessen Kontrolle ein Parlament zur Seite gestellt werde.
16. Dezember 1968, Nordsee
Von Bord des außerhalb der deutschen Hoheitsgewässer liegenden Schiffes „Galaxy“ beginnt der erste deutsche Piratensender mit der Ausstrahlung seines Rundfunkprogramms. Der Sender, der sich mit Popmusik vor allem an junge Hörer wendet, hat eine Reichweite von etwa 1.000 Kilometern
17. Dezember 1968, West-Berlin
Eine von APO-Angehörigen ins Leben gerufene „Ad-hoc-Gruppe Christliche Weihnacht 1968“ droht für die Gottesdienste an den Festtagen massive Störungen an. Die Gruppe fordert die Abschaffung der Weihnachtsfeiertage. Außerdem sollen die Geistlichen damit aufhören, die auf der Welt existierenden Probleme zu vernebeln.
Aus: Kraushaar, Wolfgang: 1968. Das Jahr, das alles verändert hat, Piper München/ Zürich 1998, S. 138, S.299, S. 305.
Chruschtschow kommt nicht ins Disneyland

Chruschtschow, Eisenhower und ihre Gattinnen bei dem Staatsbankett
Chruschtschows Amerikabesuch im November 1959 war eine surreale Posse. Einerseits befürchtete er, sich nicht angemessen zu benehmen, andererseits, unangemessen behandelt zu werden. Deshalb hatte er sich vorgenommen, sich von dem, was er sah, nicht beeindrucken zu lassen, wollte gleichzeitig aber auch die Amerikaner davon überzeugen, dass sein Land bald zu ihnen aufschließen würde. Er bestand darauf, mit einem neuen, unerprobten Flugzeug nach Washington zu fliegen, weil er seine Gastgeber mit dessen Größe beeindrucken wollte. In einem Toast, den er im Weißen Haus ausbrachte, würdigte er den Reichtum Amerikas, sagte aber voraus: „Morgen werden wir so reich sein wie Sie. Und übermorgen? Sogar noch reicher!“ Er empfing in einem New Yorker Stadthaus unter ein Gemälde von Picasso führende Kapitalisten; besuchte ein Fernsehstudio in Hollywood und war angeblich schockiert über das, was er dort sah; war empört darüber, dass man ihm aus Sicherheitsgründen einen Besuch in Disneyland verwehrte; geriet in eine lautstarke Auseinandersetzung mit dem Bürgermeiste von Los Angeles; besichtigte das Korn auf einer Farm in Iowa; und diskutierte mit Eisenhower in Camp David über Krieg und Frieden – nachdem man ihm versichert hatte, dass die Einladung auf die Datscha des Präsidenten eine Ehre sei und keine Beleidigung.
Aus: John Lewis Gaddis: Der Kalte Krieg. Eine neue Geschichte, Pantheon/München 2008, S.93f.
Ein Urteil über die Große Koalition
Eine Große Koalition kennzeichnet prinzipiell eine Krise der Parteiendemokratie, mag sie auch unter gewissen Umständen geboten sein, um beispielsweise Entscheidungen von großer Tragweite zu fällen. Sie darf – genau wie die Allparteienregierung – kein Regelfall parlamentarischer Regierungsweise sein, weil sie den für die Demokratie notwendigen Grundsatz der wechselnden Regierungsbildung zunichte macht. [...] In der seinerzeitigen Situation war die Große Koalition notwendig. [...] Die Erfolge der Großen Koalition sind in bestimmten Sachbereichen unbestreitbar. So bekam die Große Koalition durch Wirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) -Theodor zu Guttenberg (CSU) und Finanzminister Franz Josef Strauß (CSU) Peer Steinbrück (SPD) die Rezession schnell in den Griff. Die Zahl der Arbeitslosen sank und die Inflationsquote erreichte einen Tiefstand.
In leicht variierter Form aus: Eckhard Jesse: Die Entwicklung des Parteiensystems und der Parteien in der Bundesrepublik Deutschland. Vom Beginn der zweiten Hälfte der vierziger Jahre bis zur Gegenwart, in: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (Hrsg.): Parteien und Wahlen in Deutschland, München 2003.
